Lummerland

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n-bahner
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Lummerland

#1

Beitrag von n-bahner » Samstag 12. November 2016, 18:02

Hallo,

hier will ich Euch zeigen wie ab 2005 bei mir der Eisenbahnvirus, nach der Kindheit, wieder voll zugeschlagen hat.

Angefangen hat es, als mein Sohn im Keller eine Schachtel entdeckt hat, auf der Eisenbahn stand.
Entdeckt hat er sie, weil er inzwischen lesen konnte. Daraufhin musste ich ihn die Schachtel herunterholen und ihm zeigen. Er war so begeistert, dass er sofort mit dem Aufbau anfangen wollte.
Anfänglich auf dem Fußboden doch in Spur-N ist das nicht wirklich praktikabel. Eine alte Schreibtischplatte hatte sich schnell gefunden auf der sich ein Gleisaufbau besser hat machen lassen, auch konnte die zur Seite gestellt werden, wenn anderes wie Carrera-Rennbahn mal aufgebaut wurde.
Auf der Schreibtischplatte war es aber schnell langweilig, Landschaft musste her und alle vorhandenen Gleise sollten verlegt werden. Schnell in den Moba-Laden gefahren und sich nach einem Fertiggelände umgeschaut, doch der Preis schreckte mich dann doch etwas ab. Die nette Verkäuferin ermutigte uns aber, dass ein Aufbau mit Holzleisten und Sperrholzplatten nicht so teuer und schwer ist. Voller Tatendrang sind wir dann gleich in den nächsten Baumarkt gefahren und haben Holzleisten und Sperrholzplatten besorgt. Noch am selben Tag war dann der Grundrahmen (2,0 x 1,05 m) fertiggestellt.
Nun musste noch ein geeigneter Gleisplan her der möglichst alles Vorhandene beinhaltet. Schnell noch eine Gleisplanungssoftware aus dem Internet bestellt und geplant. Nach ein paar Tagen war dann auch ein geeigneter Plan gefunden und wurde auf viele DIN-A4-Blätter ausgeduckt und zu einen großen 1:1 Plan zusammengeklebt.
Lummerland1.JPG

Plan aufgelegt und die erhöhten Trassen mit Lego schon mal getestet, soweit so gut.

Lummerland2.JPG
Lummerland3.JPG

Anschließend die Trassen aus der Grundplatte (Sperrholz 4mm) ausgesägt und mit Holzleisten unterstützt.
Kork zur Schalldämmung aufgeklebt und Gleise darauf geklebt (Schrauben und Nageln überträgt den Schall auch wieder, Pattex hat keinen Schall mehr übertragen).

Lummerland4.JPG
Lummerland5.JPG

Aus heutiger Sicht habe ich da klassische Anfänger-Fehler gemacht und würde so manches anders machen. Bei der Durchfahrtshöhe über andere Gleise habe ich mich auf Angaben anderer verlassen, die waren viel zu hoch und somit waren die Steigungen auch viel zu steil, sodass mancher heutige Zug die Steigung nicht schafft. Damals hatte ich das nicht bemerkt, weil das Rollmaterial noch recht wenig war und keinerlei Vorbildcharakter entsprach. Später habe ich die Steigung im hinteren Teil noch abändern können. Aber die Steigung direkt aus dem Bahnhof heraus mit 5% ist viel zu steil und kann sie jetzt leider nicht mehr ändern. Züge die das nicht schaffen müssen in die andere Richtung fahren, da konnte ich die Steigung noch auf 3,5% reduzieren, das geht gerade noch so.
Auch bei der Gleisplanung habe ich so manches nicht berücksichtigt, was ich später immer wieder noch geändert und optimiert habe, soweit das dann noch ging ohne gleich alles wieder abzureißen und von vorne zu beginnen. Ja, das ist leider so, aus Fehler lernt man und ein Forum wie dieses hier gab es leider noch nicht.
Das war Oktober bis Dezember 2005, weiter geht es dann mit 2006.

Gruß
Gerd
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Zuletzt geändert von n-bahner am Sonntag 15. Januar 2017, 19:50, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Lummerland

#2

Beitrag von lostino » Samstag 12. November 2016, 19:39

Hallo Gerd,

danke für deine Bilder und die Erklärung wie Du abhängig wurdest, vielleicht kann das denn einen oder anderen davon abhalten diesen Virus zu entkommen :)
Nein echt Cool, und super, aber aus Fehlern lernt man, aber ich denke wenn Du jetzt wieder anfängst macht man andere Fehler, oder besser gesagt man kann immer etwas besser machen, das hab ich auch bei meinen Meerwasser Aquarium ist ja mein drittes, aber denoch gibt es jetzt wieder einiges was ich noch besser machen könnte.

+1

Aber durch deinen Bericht, lässt sich ja schon einiges vermeiden für neu Anfänger wie mich :)

Danke.

lg. Patrik
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Re: Lummerland

#3

Beitrag von Josef » Sonntag 13. November 2016, 16:51

Hallo Gerd

Jetzt konnten also 2005 deine Kinder nicht Lego spielen?
Aber ich kann dir da nur Recht geben, lesen und testen bei der Moba wo`s nur geht. Zuleicht schleicht sich da irgenwo ein Fehlerchen ein und bei Steigungen ist es immer etwas schwer aber man sollte nicht über 3% kommen. Klar wenn man die H0ler sieht oft die können da schon mal mehr leisten. Ich bin mit meinen R2 Radius auch nicht zufrieden aber mehr geht nicht bei mir.
Bin schon gespannt auf 2006!

LG Josef
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Re: Lummerland

#4

Beitrag von n-bahner » Sonntag 13. November 2016, 20:56

Hallo,

2006 und 2007 habe ich mich damit beschäftigt wie ich das Ganze dann steuern werde.
Die erste Idee war digital Fahren und analog steuern. Zum digitalen Fahren habe ich von einem Freund einen Tipp bekommen und mir eine Roco Lokmaus 2 mit Verstärker aus e-Bay für 45,-€ besorgt. Beim Fachhändler wurde mir allerdings zur Intellibox geraten, die war aber preislich (500€) für den Anfang „too much“. Zudem mussten ja noch die analogen Loks alle mit Decoder ausgerüstet bzw. umgebaut werden, Schnittstellen waren da noch nicht sehr verbreitet.
2006 Eisenbahn 028.jpg

Die Weichen wollte ich anfänglich noch mit analoge Fleischmann Gleisbildschalter machen, hatte mir da auch schon alle beschafft, doch als ich mir den Verdrahtungsaufwand angeschaut habe, habe ich das analoge Schalten schnell wieder verworfen und mich der Schalter entledigt.
Zudem war ich in der Zwischenzeit im Miwula und war vom Leitstand recht angetan, ganz so sollte es allerdings noch nicht werden aber die Erkenntnis mitgenommen, dass es auch anders geht.
Beruflich hatte ich mich umorientiert und war recht eingespannt, so war recht wenig Zeit für die Moba.
Bei den ersten Tests mit Lokmaus 2 und den ersten umgebauten Loks musste ich schnell feststellen, dass ich das Gleismaterial ordentlich verlegen muss. Auch das alte Gleismaterial aus meiner Jugend machte immer wieder Kontaktprobleme bei den Gleisverbindern. Habe mich dann dazu entschlossen, alle Gleisverbinder an der Außenseite zu verlöten um spätere Probleme zu vermeiden. Das sollte aber vorher getestet und geübt werden denn schnell ist das Gleis auch „verbrutzelt“.

Rollendes-Material 001 (768x1024).jpg

(Unter dem Tender sieht man einen verlöteten Gleisverbinder, die BR 38 ist noch aus meiner Kindheit und fährt heute noch)

Rollendes-Material 011 (800x600).jpg

Anfänglich dachte ich auch noch nicht an eine PC-Steuerung und baute auch Stopstellen ein in denen ich vor den Weichen Bereiche stromlos schalten konnte und das ohne einen zusätzlichen Schalter dafür zu verwenden. Dafür habe ich die „denkende Weiche“ verwendet, also die Klammern aus den Fleischmann Weichen entfernt. Das anhalten war zwar recht abrupt, hat aber funktioniert und es wurde keine Weiche überfahren die falsch in Fahrtrichtung gestellt war.
Es gab auch Anfang 2007 die Roco Multimaus mit der ich dann die Weichen per Decoder schalten konnte, die Lokmaus 2 konnte ich als 2. Fahrregler nutzen.
Bei den Weichendecodern entschied ich mich für die LTD, die habe ich im Miwula auch gesehen und mal darauf vertraut, wenn die da verbaut wurden können die ja nicht schlecht sein.

Weiter dann in 2008

Gruß
Gerd
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Re: Lummerland

#5

Beitrag von lostino » Sonntag 13. November 2016, 21:20

Hallo Gerd,

ein Super bericht.
Danke
Das lesen macht spass und da kommt gleich lust auf das basteln und und und...

lg. Patrik
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Re: Lummerland

#6

Beitrag von n-bahner » Sonntag 13. November 2016, 22:08

Hallo,

um das Gleisbild komfortabel zu schalten, entdeckte ich 2008 auch dann die PC-Steuerung Rocomotion für 158,-€ war das die wohl günstigste Alternative (zur Intellibox). Notebook und PC hatte ich auch einen über.
Schließlich stellte ich dann fest, dass ich über die Software (TrainController) was bei der Rocomotion dabei war auch eine Zugsteuerung realisieren konnte.
Schnell noch Roco Rückmeldemodule besorgt und Reed-Kontakte ins Gleis eingebaut, Reed-Kontakte deshalb, weil es keine Belegtmelder von Roco gab und nur diese damals mit der Rocomotion funktionierten. Bei LTD fand ich dann ein Zusatzmodul, mit dem ich die Schattenbahnhofgleise mit Belegtmelder ausstatten konnte. Ausgiebige Tests mit Hard- und Soft-Ware standen dann auf dem Programm. Einige Fehler im Gleisplan wurden noch schnell behoben und mehr Gleiswechsel eingefügt damit ein flüssigerer Zuglauf stattfinden konnte. Im geplanten Schattenbahnhof war ursprünglich auch eine Kehrschleife eingebaut, die stellte sich aber als Problem dar, weil die kurzschlussbasierte Steuerung den Kurzschluss zwar auswertete und schnell umpolte aber der Mikrokurzschluss reichte aus um die Uhlenbrock 73500 zu stören sodass die Einstellungen gelöscht wurden und mit Adresse 0 am Gleis standen und nur noch Blinkzeichen von sich gegeben haben. Das hat auf Dauer keinen wirklichen Spaß gemacht und habe das Modul samt Kehrschleife entfernt. Auch Schwachstellen an die ich später nach der Geländegestaltung schlecht ran kam habe ich an zugänglichere Stellen verlegt.
Im Rohbau ist dann auch der Name „Lummerland“ entstanden, als ein Freund das sah und meinte, sieht aus wie Lummerland (Augsburger Puppenkiste). Seit dem ist das Lummerland.
Da ich das dann doch nicht so stehen lassen wollte habe ich das mit dem Landschaftsbau versteckt, die verschlungene 8 ist nicht mehr zu erkennen und nur ca. 1/3 ist im sichtbaren Bereich.
Alles musste dann unter der Anlage verdrahtet werden, anhand der handlichen Größe konnte ich sie aufstellen und bequem im Stehen verdrahten.

Eisenbahn 001 (800x600).jpg

Als das erledigt war konnte endlich mit der Geländegestaltung begonnen werden, mein Sohn hat mich dann auch tatkräftig unterstützen können, hat einen riesen Spaß gemacht, kleckern und kleksen inklusive :D

Eisenbahn 008 (800x600).jpg

Weil das so ist beim Gipsen, die Gleise vorher abdecken, hinterher bekommt man den Gips wieder schlecht ab ;)

Eisenbahn 014 (800x600).jpg
Eisenbahn 016 (800x600).jpg
Eisenbahn 017 (800x600).jpg
Eisenbahn 018 (800x600).jpg

Den Gips (Elektriker-Gips oder Stuckgips aus dem Baumarkt) versetzte ich noch mit Weißleim (Holzleim große 1L Flasche z.B. für Laminat Verklebung, deutlich günstiger) um die Rissbildung auszuschließen, der Nachteil dabei ist aber, der wird wie Beton so hart und lässt sich dann schwer mit Stechwerkzeuge nachmodellieren, dazu aber später wie ich das dann gelöst habe. Die Unterkonstruktion ist aus Holzleisten über die ein Fliegenschutzgitter aus Aluminium gelegt, gespannt, modelliert und getackert wurde, Alu aus dem Grund, weil es nicht rostet oder oxidiert, Kupfer geht auch ist aber teurer und bringt keinen Vorteil, Kunststoff ist ungeeignet, kann schlecht modelliert werden. Das zusammen ist dann Stahl-Beton für den Modellbau.

Weiter in 2009

Gruß
Gerd
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Re: Lummerland

#7

Beitrag von Josef » Dienstag 15. November 2016, 10:34

Hallo Gerd

Gut das du so alles schön dokumentierst und bebilderst. Da kann man den Aufbau gut erahnen und mit verfolgen.
Schön wenn auch die Jugend teilnimmt dabei.
Ich habe jetzt einmal Styrodur und Fliesenkleber versucht - das sehr gut für Berge. Mit dem Dremel die Struktur reingemacht und dann Fliesenkleber drauf und gleich die Strukturen gezogen mit kleiner Kehle.

LG Josef

PS: Bild 4 - was lest du für Zeitungen (Modelle/Erotik)???
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Re: Lummerland

#8

Beitrag von n-bahner » Sonntag 27. November 2016, 01:32

Hallo,
2009 ging es jetzt an das Gestalten der Landschaft. Zuerst habe ich den blütenweißen Gips mit wässriger grauer Farbe (Faller Straßenfarbe) etwas eingefärbt, wässrig deshalb, weil der Gips durchtränkt wird und nicht gleich wieder weiße Stellen durchkommen, wenn der Gips bearbeitet wird. Die Felsgestaltung habe ich dann durch Fels-Gießformen gelöst und mit Weiß-Leim auf das Gipsgelände geklebt und mit Gips nachmodelliert. Die Form hat zwar nur wenige Felsen aber durch unterschiedliche Anordnung und Brechung fällt das kaum auf, somit sieht es aus, als ob alle unterschiedlich sind. Die Felsen können auch mehrmals mit wässriger und unterschiedlicher Farbe behandelt werden und mit Bürsten (Messing für gröbere und Zahnbürste für feinere Lichtreflexe) noch verfeinert werden, hat man zu viel Farbe mit der Bürste entfernt, einfach nachbehandeln und neu versuchen. Klingt kompliziert, ist aber sehr schnell und einfach und sieht schneller gut aus wie mit deckender Farbe.

Eisenbahn (5) (1024x768).jpg

Die Straßen die ich noch mit Gips nachgespachtelt habe, habe ich erst mit Faller Straßenfarbe dunkel versucht zu färben, war mir aber zu dunkel, die helle war mir zu hell, habe dann beides gemischt und den Mittelweg genommen.
Die Begrasung war dann schon etwas kniffliger. Beim Untergrund habe ich erst ein Leimgemisch mit Quarzsand, Farbe und Wasser verwendet. Der Quarzsand hat sich aber als Bohrerkiller herausgestellt (Strapenschilder, Leitpfosten, Bäume usw.). Nur der vordere linke Bahndamm wurde so gestaltet und begrünt. Begrünt habe ich erst mit der Streudose, das sah mir aber zu platt aus.

Eisenbahn (8) (1024x768).jpg
Eisenbahn (10) (1024x768).jpg
Eisenbahn (16) (1024x768).jpg

Ein Grasmaster war mir damals für die relativ kleine Fläche zu teuer. Auf der Messe in Sinsheim habe ich jemanden gesehen der Grasbüschel mit einer umgebauten Fliegenklatsche gemacht hat. In einem 1€ Laden habe ich schnell eine gefunden und mit einem Haushaltssieb ausgestattet, eine Masseleitung mit Nadel, die in den Leim gesteckt wird aus dem Griff herausgeführt. Schnell wurde mir aber bei den ersten Versuchen klar, dass die noch etwas gepimpt werden muss, dass die Fasern auch zum Stehen kommen.

2082 (1024x268).jpg

Die zu behandelnde Fläche (Leim) darf auch nicht zu groß sein, nur ca. 10 x 10 cm, sonst reicht die Leistung nicht aus und der Leim bindet auch sehr schnell ab und die Fasern können nicht mehr in den Leim eindringen. Als Leim habe ich wieder den aus der großen Flasche (Laminat-Leim aus dem Baumarkt) genommen, mit brauner Dispersionsfarbe (Abtönfarbe auch aus Baumarkt) und Wasser vermischt, somit hat man Leim und Erdfarbe zugleich für den Untergrund. Nach dem Begrasen mit der umgebauten Fliegenklatsche wird der Überschuss an Fasern mit einem Staubsauger, über dessen Rohr ein Tuch gestülpt wird abgesaugt, zudem kann noch die Faser aufgerichtet werden, die Überschuss wird im Tuch aufgefangen und kann wiederverwendet werden. Bei meinen ersten Versuchen, musste ich feststellen, dass die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle beim Ergebnis spielt, die besten Ergebnisse erzielte ich unter 50%, ideal waren 40%, also im Winter während der Heizperiode (bei mir im Keller). Im Sommer bei 60% und mehr wurde das nichts. Liegt aber auch an dem schwachen Begrasungsgerät (300-700V max.). Ohne Entladewiderstand und neuen Batterien mit 1,65V kommen da 1700V raus. Also Vorsicht bei Nachahmungen, das kann schon gefährlich werden für einen schwachen Kreislauf :!: Später habe ich mir noch aus Abwasserrohr, Reduzierung, Verschlussdeckel, Nutella-Schraubdeckel mit Alugewebe, eine stärkere Version mit 7000V gebaut, Grundlage war auch die Fliegenklatsche mit zusätzlicher 10-fach Kaskade.

039 (1024x576).jpg
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041 (1024x576).jpg

Auch eine 30.000V Version habe ich gebaut, die ist aber der „Hammer“, vor der sollte man richtig Respekt haben :!: :!: :!: Die Version kann sämtliche Elektronik in der Umgebung „Killen“, daher sollte das nur mit ausreichenden Sicherheitsabstand oder Module ohne Elektronik verwendet werden oder am besten Elektronik ausbauen oder zumindest kurzschließen damit da nicht zerschossen wird, kann sehr teuer werden aber die Ergebnisse sind dann richtig toll.
Mit der ersten Version habe ich dann die ca. 2m² begrünt, ist zwar etwas mühsamer aber es geht und kann sich sehen lassen. So nach und nach wurde das auch immer besser, bis ich verstanden habe auf was man dabei achten muss. Kleine Flächen, unter 50% Luftfeuchte und mit Staubsauger zusätzlich aufrichten, je höher die Spannung ist, je weniger muss mit dem Staubsauger nachgearbeitet werden, je kürzer die Faser ist umso weniger Spannung braucht man. Bei Spur 1 wird man unter 10.000V nicht glücklich werden. Bei 30.000V sollte der Behälter einen Deckel haben, sonst fliegen die Fasern auch oben aus den Topf auf die Platte und landen da wo man sie eigentlich nicht haben will, auch im Gesicht (evtl. Schutzbrille tragen).
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Re: Lummerland

#9

Beitrag von n-bahner » Sonntag 27. November 2016, 01:57

Eisenbahn 005 (1024x768).jpg

Nachdem ich dann alles begrünt habe, später auch immer wieder etwas nachbehandelt, ging es an die Ausschmückung mit Gebäude, Schilder, Pflanzkübel, Grasbüschel usw. Erst habe ich die Gebäude mit LEDs ausgestattet und beleuchtet.
LED aus dem Grund, dann brauch ich keine Glühbirne bei defekt austauschen, LEDs halten fast ewig und die Gebäude kann ich dann aufkleben. Aufkleben aus dem Grund, weil ich die Anlage aufstellen kann und bequem im Stehen die Verdrahtung erledigen konnte. Die Anlagentiefe von 1m ist da noch kein Problem, stationär dann schon. An einige Stellen kam ich nur noch ran, indem ich die Anlage hochkant aufgestellt habe.

Test003 (1024x768).jpg

Für die Bahnsteigbeleuchtung habe ich keine mir passenden Leuchten vor allem in LED gefunden, die musste ich mir also selber bauen, wenn ich LED wollte. Für die Bahnsteigbeleuchtung habe ich damals LED-Streifen bei Conrad gefunden die waren allerdings in Gelb, weiß und warm weiß gab es damals noch nicht in der fülle. Die LED-Streifen passten aber perfekt unter das Dach vom Bahnsteig.

Eisenbahn 045 (1024x768).jpg

Die Bahnsteigleuchten musste ich mir aus rechteckigen LEDs und einem 2mm Vierkantrohr selber bauen, der Mast (Messing-Vierkantrohr) diente dabei als Leiter, die LEDs habe ich einfach an das obere Ende des Vierkantrohrs angelötet, die äußeren Anschlüsse verbunden und einen Kupferlack-Draht durch das Rohr nach unten geführt, den Mast grau Lackiert und die oberen Lampen mit schwarzer Farbe lackiert, schwarz deshalb, damit kein Licht seitlich zu sehen ist und der Lichtschein nur nach unten geht, die schwarze Farbe habe ich unverdünnt recht dick aufgetragen und retuschierte die Anschlussdrähte recht gut, aus etwas Entfernung ist die Bauweise nicht mehr zu erkennen und sieht nach Leuchte aus.

Eisenbahn002 (1024x768).jpg

Zwischendurch habe ich noch Reed-Kontakte in die Gleise eingelassen für die nötigen Rückmeldungen und mit Schotter wieder versteckt, die Schwellen mit Farbe nachgebildet somit ist der Eingriff kaum mehr sichtbar.
Die Fleischmann Gleise haben zwar ein Schotterbett aber die Zwischenräume habe ich trotzdem geschottert. Den Schotter habe ich mit Schotterkleber fixiert. Mancher Schotter nimmt den Kleber schlecht an und perlt ab, eine Sprühflasche mit Wasser und etwas Spülmittelkann das vor dem Kleben verbessern. Bei den Weichen muss besonders darauf geachtet werden, dass weder Schotten noch Kleber in die Weichen gelangt, vor allem an den beweglichen Teilen die schon durch ein Schotterkorn beeinträchtigt werden können. Nach dem Kleben und Abtrocknen am besten sofort Reste absaugen.
Da ich auch Gleismaterial aus meiner Kindheit verwendete und Fleischmann das Schotterbett von grau zu braun geändert hat gab es Farbunterschiede die ich nicht so schön fand. In einem Urlaub habe ich eine Bahnlinie gesehen, die sehr rostig und braun ausgesehen hat, dies habe ich dann auf meiner Anlage umgesetzt indem ich mit ganz dünner brauner Dispersionsfarbe und Airbrush die sichtbaren Gleise angeglichen habe (Schotter, Gleise und Weichenantriebe), somit sieht man weder die unterschiedliche Farbe der Gleise und Weichenantriebe. Anschließend musste ich die Schienenoberkannte wieder sauber bekommen, ist aber ganz leicht, weil nur die Oberkante gereinigt werden muss und nur ein Hauch Farbe aufgetragen wurde.

Eisenbahn 047 (1024x768).jpg

Danach musste auch mal richtig Probe gefahren werden ;-) Dabei kamen immer wieder kleinere Fehler zum Vorschein, die ich nach und nach gleich behoben habe, bis Züge über mehrere Stunden störungsfrei gefahren sin. Dabei hat sich herausgestellt, dass den Schienenverbindern auf der Innenseite besonders beachten muss, dass diese möglichst eng an der Schiene anliegen, wenn nicht dann kommt es immer wieder vor, dass sich Wagen abkuppeln. Das sieht man nur ganz schlecht warum das so ist, erst als ich immer wieder die Stelle ganz langsam überfahren habe erkannte ich, dass ein Radsatz bzw. der Spurkranz am Verbinder aufgestiegen ist und der wagen sich abgekuppelt hat. Daraufhin habe ich die ganzen Verbinder überprüft und nachgearbeitet habe. Auch Radsätze der Wagen und Loks musste ich kontrollieren ob das Radsatz-Spurinnenmaß stimmt, altes material war da nicht wirklich in der Toleranz und musste nachjustiert werden.
Das lohnt sich, der Betrieb läuft dann wirklich störungsfrei.

Bild 017 (1024x768).jpg

Bei den Trennstellen störte mich der Lärm der dadurch entsteht und habe die Zwischenräume mit Polystyrol aufgefüllt verklebt und verschliffen,

DSCF4007 (1024x768).jpg

später stellte sich das aber als Nachteil heraus weil, ein lückenloser Gleisverlauf keine Materialbewegungen mitmacht, hätte ich so nicht gedacht, das es auch in so kleinen Maßstab zu einer so starken Längenausdehnung kommen kann. Da ich die Gleise verklebt und eingeschottert habe konnten die eine Längenausdehnung nicht mitmachen und es kam wie es kommen musste, an manchen Stellen hoben sich die Gleise und der Schotter platzte auf. Später habe ich dann durch eine effektivere Digitalisierung Trennstellen für Belegtmelder mit einer Trennscheibe eingefügt und somit das Problem wieder behoben allerdings wieder mit Lärm an den Stellen aber rattern gehört einfach zur Eisenbahn.
Letztendlich musste ich auch noch einen geeigneten Platz für die Anlage finden denn sie blockierte doch ein Großteil meiner Werkstatt über Jahre, größere andere Arbeiten gingen da nicht mehr und alles was Dreck machte musste ich außerhalb machen da Staub und Dreck für eine Eisenbahnanlage der Feind Nr. 1 ist.

IMG_8249 (1024x768).jpg

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Re: Lummerland

#10

Beitrag von n-bahner » Sonntag 27. November 2016, 15:22

Hallo,

2010 habe ich mich überwiegend mit der Ausgestaltung beschäftigt. Für die zum Teil farbstichige Bilder möchte ich mich noch entschuldigen, das hat eine weile gebraucht bis ich die Ursache gefunden habe. Die Leuchtstoffröhren in der Werkstatt waren alle warmweiße, die meinen neuen Foto nicht so gut gefallen haben, auch ein Weißabgleich zeigte da nicht die erforderliche Wirkung. Erst nachdem ich die hälfte der Röhren gegen Tageslichtspektrum (840) austauschte war der Farbstich weg.
Dieses mal wird es weniger Text geben, dafür aber mehr Bilder denn Bilder sagen mehr als tausend Worte ;)

DSCF0091 (1024x768).jpg
DSCF0092 (1024x768).jpg

Die Bahnhofsansicht sieht mit immer mehr Details auch immer besser aus, finde ich, nur die Gleisführung würde ich aus heutiger Sicht anders gestalten, eine Oberleitung nachzurüsten wird noch sehr schwierig werden, das habe ich vorerst noch weiter hinten angestellt, weil ich mir sonst die Zugänglichkeit verbaue ;)

DSCF0104 (1024x768).jpg

Der Bahnhofsvorplatz nimmt auch immer mehr Gestalt an.

DSCF0096 (1024x768).jpg

Die Pflanzkübel am Bohnhof wurden bepflanzt und mit Preiserlein bestückt.

DSCF0097 (1024x768).jpg

Bahnsteige wurden mit Leben ausgestattet.

DSCF0102 (1024x768).jpg

Wanderer, Bergsteiger machen sich auf in die Berge.

DSCF0103 (1024x768).jpg

Straßen noch ausgestaltet.

DSCF0094 (1024x768).jpg

Vom Stellwerk wird beobachtet ob da alles mit rechten Dingen zugeht ;)
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Windows 10Pro 64Bit 4x2,4 GHz 8GB RAM, 2GB Grafik

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